Wolfsegg

In einem Alpental lebt die 15-jährige Agnes mit ihren Eltern und ihren zwei jüngeren Geschwistern auf einem abgelegenen kleinen Hof. Der Vater ist Wildhüter und oft tagelang unterwegs. Die Mutter ist unheilbar krank, sodass schon Wolfsegg früh eine große Verantwortung auf dem Mädchen lastet, das eine Ausbildung im örtlichen Baumarkt beginnen soll. Ihr neuer Chef hat nie verwunden, dass ihre Mutter sich für den Vater entschieden hat und seitdem alles dafür getan, dass die Familie in Verruf geriet. Er versucht, Agnes sexuell zu missbrauchen, und als sie sich erfolgreich wehrt, beschuldigt er sie des Diebstahls. Als der Vater während eines Gottesdienstes von ihm ein Schuldbekenntnis erzwingt, nimmt das Drama seinen Lauf. Eine vom Hass und Alkohol aufgebrachte Männergruppe jagt ihn in die Berge und erschießt ihn. Ein Unfall, wie es später heißen soll. Fast zeitgleich stirbt die Mutter und Agnes weiß nur eins: Niemals dürfen ihre Geschwister in das Kinderheim, in dem sie eine Zeit lang leben musste und in dem sie unfassbar Schreckliches erfahren hat. Freunde oder Verwandte gibt es nicht. Vom Vater hat sie alles gelernt, was es zum Überleben braucht. Von ihm weiß sie auch von einer versteckten Hütte hoch im Gebirge, von der niemand sonst Kenntnis hat. Dorthin flieht sie mit den Geschwistern, für die sie nun allein Sorge trägt. Als sie in einer Wand auf Unterlagen stößt, die sie erkennen lassen, was damals im Heim wirklich passiert ist, fasst sie einen Entschluss. - Peter Keglevic erzählt in einer reichen und doch einfachen Sprache eine großartige, urgewaltige Geschichte, deren Sog man sich nicht entziehen kann und die noch lange in einem nachhallt. Sehr empfehlenswert!

Barbara Nüsgen-Schäfer

Barbara Nüsgen-Schäfer

rezensiert für den Borromäusverein.

Wolfsegg

Wolfsegg

Peter Keglevic
Penguin Verlag (2019)

316 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 599473
ISBN 978-3-328-60098-5
9783328600985
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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