Wenn du fort bist, ist alles nur halb

Ende des Jahres 1928 lernt der frisch aus dem Gefängnis entlassene Rudolf Ditzen alias Hans Fallada die Tochter seiner Vermieterin, Anna Issel, kennen und heiratet sie nur wenige Monate später. Fast zeitgleich beginnt ein intensiver Wenn du fort bist, ist alles nur halb brieflicher Austausch zwischen dem Liebespaar, das während seiner fünfzehnjährigen Ehe immer wieder lange Trennungen zu überstehen hatte. Der älteste Sohn hat nun die Korrespondenz seiner Eltern in gekürzter Version herausgegeben. Der Leser bekommt dabei nicht nur einen Einblick in die Beziehung dieses Paares, sondern auch in die sozialen, historischen und - besonders interessant - auch die sprachlichen Verhältnisse der Zeit. Denn das Ende der Weimarer Republik, die Machtergreifung der Nationalsozialisten und der Zweite Weltkrieg werden wie nebenbei aus der Sicht normaler Bürger geschildert. Am berührendsten ist jedoch der Verlauf der Liebesgeschichte zwischen Fallada und seiner Frau, die im Laufe der Beziehung reift, während Fallada trotz aller guten Vorsätze immer wieder seine Frau betrügt und versucht, seine Depressionen mit Alkohol und Morphium zu betäuben. Doch auch nach der Scheidung und während der zweiten Ehe Falladas reißt der Kontakt zwischen den beiden nicht ab. - Beeindruckende Lektüre, für viele Bestände.

Stefanie Brösigke

Stefanie Brösigke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Wenn du fort bist, ist alles nur halb

Wenn du fort bist, ist alles nur halb

Hans Fallada ; Anna Ditzen
Aufbau (2007)

518 S.
fest geb.

MedienNr.: 556174
ISBN 978-3-351-03220-3
9783351032203
ca. 29,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li, Bi
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