Die Wunder von Little No Horse

Father Damien Modeste ist steinalt, als er seinen letzten Bericht von den Wundern im Indianerreservat Little No Horse an den Vatikan beginnt. Er will Absolution für seinen Betrug bekommen, denn Father Damien ist eine Frau. Das wird Die Wunder von Little No Horse bereits zu Beginn des Romans verraten. Im weiteren Verlauf wechseln die Zeitebenen. Als junge Frau war Agnes DeWitt wegen ihrer Leidenschaft für Chopins Musik aus dem Kloster getrieben worden. Sie überlebte eine Schießerei, schlüpfte in die Soutane eines ertrunkenen Priesters und wanderte an seiner Stelle zum Missionieren ins Reservat der Ojibwe-Indianer nach Norden. Dort erfährt sie die Geschichten der Stammesfamilien und taucht immer tiefer in ihre Traditionen und Rituale ein. Sie bekommt mit, wie diese mehr und mehr um ihr Land betrogen werden und dem Whiskey verfallen. Und sie beginnt zu zweifeln, ob die gewaltsame Missionierung der Indianerkinder so gut gewesen war. - Die mit Preisen ausgezeichnete Autorin Louise Erdrich ist selbst eine halbe Ojibwe. Mit ihrer poetischen, bildkräftigen Sprache und in unerwartet humorvollen Szenen lässt sie die Leser am Kosmos eines fiktiven Indianerreservats teilhaben. Ein großartig warmherziger Roman. Sehr gerne empfohlen.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Wunder von Little No Horse

Die Wunder von Little No Horse

Louise Erdrich ; aus dem Amerikanischen von Gesine Schröder
aufbau (2019)

509 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 598417
ISBN 978-3-351-03786-4
9783351037864
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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