Jägerin und Sammlerin

Abiturientin Alisa lebt in einem Apartment zusammen mit ihrer Kindheitsfreundin Mascha. Die zierliche Balletttänzerin ist Alisas großes Vorbild. Alisas Verhältnis zu ihrer perfektionistischen Mutter ist angespannt, weil sie deren Jägerin und Sammlerin Ansprüchen niemals genügen kann. - Gleich auf den ersten Seiten erfährt man, dass Alisa an Bulimie leidet. Es dauert einige Jahre, bis Alisa am Tiefpunkt in ihrem Leben ankommt und sich an eine Ärztin wendet. Es erfolgt eine stationäre Klinikaufnahme. Als Teil der Therapie schreibt Alisa ihre Geschichte auf: Sie ist mit zwei Jahren aus der Ukraine nach Deutschland gekommen. Als eine russische Familie in ihrem Haus einzieht, freundet sie sich mit deren Tochter Mascha an. - Die Autorin und Bloggerin Lana Lux erzählt eine aufrüttelnde Geschichte vom Kampf gegen den eigenen Körper und von problematischen Mütter-Töchter-Beziehungen. Denn es kommt nicht nur Alisa zu Wort. Auch Mutter Tanya schreibt ihre Geschichte auf, "die Geschichte eines gescheiterten Lebens, zerplatzter Träume, verblühter Schönheit und falscher Entscheidungen" (S. 208). - Am Ende deutet sich eine Wiederannäherung von Mutter und Tochter an. Ein Roman, der den Kampf gegen den eigenen Körper und die eigene Lebensgeschichte genauso thematisiert wie den Verlust von Heimat und Identität sowie die verzweifelte Suche nach neuem Halt. Die Lektüre macht betroffen, ist aber deswegen nicht weniger empfehlenswert.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Jägerin und Sammlerin

Jägerin und Sammlerin

Lana Lux
aufbau (2020)

304 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 600352
ISBN 978-3-351-03798-7
9783351037987
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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