Haus ohne Augenbrauen

An 20 Beispielen erzählt die Architektin und Städteplanerin Ursula Muscheler die Geschichte des modernen Bauens im 20. Jh. Sie stellt exemplarische Architekturen vor, die Ausdruck sozialer und politischer Strömungen sind. Dabei Haus ohne Augenbrauen besticht die kluge und umfassende Auswahl: Privathäuser wie die Villa Tugendhat von Mies van der Rohe stehen neben öffentlichen Gebäuden wie der Börse von Amsterdam oder der ersten Moskauer Metrolinie. Die Autorin verdeutlicht an jedem Beispiel, dass mit Beton, Stein und Glas im 20. Jh. auch Lebensgefühle und gesellschaftliche Debatten gebaut wurden. Das macht die Lektüre ungemein spannend. Etwa wenn Muscheler an der Stuttgarter Neuen Staatsgalerie die Ablösung des sachlichen und funktionalen Bauens durch die Postmoderne verdeutlicht. Bedauerlicherweise ist das beigegebene Bildmaterial etwas mager ausgefallen. Die guten Texte hätten eine etwas üppigere optische Ausstattung verdient. Trotzdem empfehlenswert.

Alois Bierl

Alois Bierl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Haus ohne Augenbrauen

Haus ohne Augenbrauen

Ursula Muscheler
Beck (2007)

Beck'sche Reihe ; 1773
254 S. : Ill., Kt.
kt.

MedienNr.: 556133
ISBN 978-3-406-54801-7
9783406548017
ca. 12,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku
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