Fünf Deutschland und ein Leben

Fritz Stern, 1926 in Breslau geboren, floh 1938 in die USA. Fünf Deutschland hat er in seinem Leben kennengelernt: Die Weimarer Republik, das Dritte Reich, die Bundesrepublik, die DDR und das wiedervereinigte Deutschland nach 1989. Fünf Deutschland und ein Leben Er hätte auch noch ein sechstes benennen können: das Deutschland der Kaiserzeit und des Ersten Weltkriegs, das er ausführlich anhand von Briefen und Tagebüchern seiner Vorfahren, einer bekannten assimilierten jüdischen Ärztefamilie in Breslau, vorstellt. Das Projekt, persönliche biographische Perspektive und deutsche Geschichte des 20. Jh. zu verschränken, glückt Stern besonders für den Zeitraum bis zu seiner Emigration. Beiläufige Nebensätze, wie etwa dass Edith Steins Schwager im Sternschen Haus in Breslau verkehrte, lassen ahnen, welch dichtes Gewebe an Beziehungen und Freundschaften der Nationalsozialismus unwiederbringlich zerstört hat. Sterns altersmilde Rückblicke und Urteile als amerikanischer Zeitgenosse lassen das Buch eher dem Genre der Autobiographie zugehörig scheinen als einem Geschichtsbuch. Sein lebensprägendes Grundmotiv von der Sorge um die Zerbrechlichkeit der Freiheit klingt immer wieder durch. Heimat ist Fritz Stern Deutschland nie mehr gewesen. Seine Erinnerungen hat er auf Englisch geschrieben. Für alle Bestände geeignet.

Stefan Schohe

Stefan Schohe

rezensiert für den Borromäusverein.

Fünf Deutschland und ein Leben

Fünf Deutschland und ein Leben

Fritz Stern
Beck (2007)

675, [12] S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 276480
ISBN 978-3-406-55811-5
9783406558115
ca. 29,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge, Bi
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