Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit

Entgegen der auch heute noch oft vertretenen, aber wissenschaftlich nicht haltbaren These, das Hauptproblem der Geschichte Deutschlands liege in Kleinstaaterei und Eigenbrötlerei, beweist J. Burkhardt, Professor für die Geschichte Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit der Frühen Neuzeit, dass eben nicht dieser meist abfällig bewertete Partikularismus, sondern Föderalismus und seine Organisationsformen als Kernkompetenzen deutscher Politik anzusehen sind. Historisch genau und klar, verständlich und anschaulich erarbeitet der Autor die wichtigsten Ereignisse (u.a. Ewiger Landfriede, Reformation, Religionskriege, Erfindung des Buchdrucks und die dadurch mögliche Herstellung und Verteilung identischer Texte, kulturelle Entwicklungen), stellt sie unter den Aspekt der Bündnisfähigkeit der beiden staatlichen Ebenen (Reich = Kaiser, Territorialstaaten = Landesfürsten), betont die daraus entstandene kulturelle Vielfalt und belegt so, dass die heutige Doppelstaatlichkeit (Bund und Länder) ihre Wurzeln in der Frühen Neuzeit hat. Ausführliche Literaturhinweise und ein Personenregister runden das für heutiges Politikverständnis sehr hilfreiche Buch ab.

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit

Deutsche Geschichte in der Frühen Neuzeit

Johannes Burkhardt
Beck (2009)

Beck'sche Reihe ; 2462 : Wissen
135 S.
kt.

MedienNr.: 312081
ISBN 978-3-406-56262-4
9783406562624
ca. 8,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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