Der Vorhang geht auf

Der ungarische Schriftsteller, früherer Leiter des ungarischen Kulturinstituts in Berlin nach der Wende und Träger bedeutender ungarischer und deutscher Preise, arbeitet akribisch die Zeit des Zusammenbruchs der kommunistischen Systeme Der Vorhang geht auf in Osteuropa um das Jahr 1989 auf. Das Buch gliedert sich nach den einzelnen Ländern: Polen, Ungarn, DDR, Bulgarien, Tschechoslowakei, Rumänien und Sowjetunion. Zuvor spricht eine Einleitung die Gesamtsituation an: die Verarmung der kommunistischen Staaten aufgrund der Schwerfälligkeit des Wirtschaftssystems und der mangelnden Offenheit von "unten nach oben", die zusätzliche Schwächung der Sowjetunion durch die Katastrophe von Tschernobyl, Misserfolge bei den Ländern der "Dritten Welt" und den verlorenen Afghanistankrieg sowie ganz allgemein den Verlust des Glaubens an die Utopie einer zukünftigen besseren Welt unter kommunistischen Vorzeichen. Für die einzelnen Länder werden in straffen Zügen die meist überalterten diktatorischen ZK-Sekretäre und Präsidenten porträtiert. Deutlich wird auch die tragende Rolle der Dissidenten, die langjähriger Gefängnisstrafen, Folter oder gar das eigene Leben riskierten, um die Missstände anzuprangern. Präzise Zahlen, Daten und Fakten, eingestreute Schlüsselzitate und die stringente Darstellung der Entwicklungen machen das gut lesbare Buch, dem Quellenangaben, eine Zeittafel und ein Personenregister beigefügt sind, zu einem Standardwerk für diese maßgebliche Zeitenwende der europäischen Geschichte im 20. Jh.

Ingrid Rückert

Ingrid Rückert

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der Vorhang geht auf

Der Vorhang geht auf

György Dalos
Beck (2009)

272 S.
fest geb.

MedienNr.: 562278
ISBN 978-3-406-58245-5
9783406582455
ca. 9,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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