Die Kunst der Kelten

Aus der bewährten Reihe C.H. Beck Wissen liegt hier ein preiswertes Taschenbuch zur Kunst der Kelten vor. Sein Autor ist einer der wenigen ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet. Müller ist zudem in der Lage, die kunstgeschichtliche Die Kunst der Kelten Betrachtung in allgemein historische Zusammenhänge einzuordnen und die richtigen Fragen zu stellen. Etwa, warum Schwertscheiden von Südengland bis Ungarn mit identischem keltischen Mustern verziert wurden. Der Leser wird in gutem Sinn an die Hand genommen und durch die 1400 Jahre keltischer Kunst geführt, gestützt auch von den Illustrationen und Farbtafeln im Buch. Gräberfunde, griechisch-antike Einflussnahmen und adlige Auftraggeber werden ebenso diskutiert wie die spätantike keltisch-römische Vermischung und das Aufgehen der keltischen Kunstformen in den christlich-mittelalterlichen Formenkanon. So erschienen selbst jene durch den Apostel Paulus bekannten Galater als einer keltischstämmigen Gruppe zugehörig, die sich etwa 200 v. Chr. in Kleinasien niederließ. - Wer ein solches Thema mit der Legende aus der Kirche von Clonmacnoise beginnt, wird kein langweiliges Werk vorlegen. Die Anschaulichkeit des Überblicks und die Darstellung von kunsthistorischen Einzelaspekten machen das Werk lesenswert. Schade nur, dass der Gegenstand wohl doch zu abgelegen ist, als dass andere als sehr große, auf Kunst und Geschichte spezialisierte Bestände dies Werk anbieten sollten.

Helmut Krebs

Helmut Krebs

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Kunst der Kelten

Die Kunst der Kelten

Felix Müller
Beck (2012)

Beck'sche Reihe ; 2574 : Wissen
127 S. : zahlr. Ill. (z.T. farb.), Kt.
kt.

MedienNr.: 571645
ISBN 978-3-406-63057-6
9783406630576
ca. 8,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku
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