Verdun 1916

Die "Hölle von Verdun" hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Völker eingegraben und ist zum Sinnbild für die Entmenschlichung des modernen Krieges geworden. Der Historiker und Publizist O. Jessen beschreibt in Verdun 1916 der Form eines Kriegstagebuches detailliert den Verlauf der Schlacht sowie die Schachzüge der politischen und militärischen Führung auf beiden Seiten. Die Darstellung schöpft aus der Vielfalt der archivalischen Quellen und beschreibt anschaulich auch das Leiden der Frontsoldaten in den Schützengräben. Die ganze Sinnlosigkeit dieser Materialschlacht mit mehr als 700.000 Gefallenen wird nach dem Scheitern der deutschen Strategie des "Ausblutens" offenbar: Aufgrund der Realitätsverweigerung der Verantwortlichen kommen weder Krieg noch Frieden voran. Das letzte Kapitel ist den Folgen für den weiteren Kriegsverlauf sowie den historischen Nachwirkungen über den Zweiten Weltkrieg (Blitzkriegsstrategie Hitlers) bis in die Gegenwart (Versöhnung über den Gräbern) gewidmet. - Ein forschungsgeschichtlicher Überblick und eine quellenkritische Untersuchung zur Rechtfertigungsschrift des Generalstabschefs von Falkenhayn runden die Studie ab, die nicht zuletzt aufgrund der erzählerischen Nähe zum Geschehen auch ein breiteres Lesepublikum ansprechen kann.

Johann Book

Johann Book

rezensiert für den Borromäusverein.

Verdun 1916

Verdun 1916

Olaf Jessen
Beck (2014)

496 S. : Ill., Kt.
fest geb.

MedienNr.: 400401
ISBN 978-3-406-65826-6
9783406658266
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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