Sisi

Den beiden Historikern Michaela und Karl Vocelka gelingt mit dieser kompakten Biografie Kaiserin Elisabeths von Österreich (1837-1898), der legendären Sisi, ein einfühlsames und überraschendes Porträt dieser für ihre Zeit und Sisi ihren Rang ungewöhnlichen Frau. Wissenschaftlich fundiert und spannend zu lesen zeichnen die Autoren den Weg der bayerischen Prinzessin nach, die - verhältnismäßig ungezwungen aufgewachsen - mit 16 Jahren als Ehefrau von Kaiser Franz Joseph dem strengen Wiener Hofzeremoniell, vor allem aber ihrer autoritären Schwiegermutter ausgeliefert ist, sich mit der zugedachten Rolle nicht abfindet und für sich vermehrt Rückzugsmöglichkeiten aus ihrem freudlosen Dasein auslotet. Psychosomatische Störungen, Kuren und weite Reisen bedingen eine tiefe Entfremdung von ihrem Mann, ihren Kindern und auch von der Bevölkerung, die nur durch ihren Einsatz für die innenpolitische Selbstständigkeit Ungarns unterbrochen wird. Elisabeth war aber nicht nur Opfer, sondern trug auch selbst durch ihre Egozentrik, ihren Schönheits- und Schlankheitswahn zu ihrem zeitgenössisch eher schlechten Image bei. - Sehr zu empfehlen!

Inge Hagen

Inge Hagen

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Sisi

Sisi

Michaela und Karl Vocelka
Beck (2014)

Beck'sche Reihe ; 2829 : Wissen
128 S. : Ill. (farb.)
kt.

MedienNr.: 396896
ISBN 978-3-406-66089-4
9783406660894
ca. 8,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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