Wohin die Erinnerung führt

Saul Friedländer (geb. 1932) hat sich über weite Strecken seines Lebens mit dem Holocaust befasst, in dem auch seine Eltern ermordet wurden. Er selbst konnte überleben, weil französische Nonnen ihn in der Schreckenszeit bei sich Wohin die Erinnerung führt aufgenommen haben. Sein Hauptwerk "Das Dritte Reich und die Juden" gilt als Standardwerk, in dem er vor allem die Stimmen der Opfer zu Gehör bringt. Für seine Arbeiten erhielt er viele bedeutende Preise und Auszeichnungen. Auch das vorliegende Buch dürfte bald zu den Klassikern gehören. Es erzählt von seinem Leben in seiner Geburtsstadt Prag, aber auch in anderen Städten wie Paris oder Jerusalem. Meisterhaft schildert er seine Beobachtungen und Erfahrungen, die immer im geschichtlichen Rahmen Israels und des modernen Judentums stehen. Er berichtet über die Gespräche, die er mit bedeutenden, meist jüdischen Zeitgenossen geführt hat, und lässt uns an den Hoffnungen und Ängsten teilhaben, die Israel und das Judentum in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. - So ist ein spannendes und gut geschriebenes Buch entstanden, in dem man deutlich erkennt, wie sehr die Geschichte die Biographie prägt und von Spuren der Geschichte durchdrungen ist. Sowohl aufgrund des wichtigen Inhalts wie des klaren Stils ist das exzellente Buch allen am Thema interessierten Lesern sehr zu empfehlen.

Werner Trutwin

Werner Trutwin

rezensiert für den Borromäusverein.

Wohin die Erinnerung führt

Wohin die Erinnerung führt

Saul Friedländer
Beck (2016)

328, [12] S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 586211
ISBN 978-3-406-69770-8
9783406697708
ca. 26,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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