Der entzauberte Staat

Moritz Schularick, Ökonom an der Universität Bonn, beschreibt den kritischen Zustand des deutschen Staates, was seine Leistungsfähigkeit in der Pandemie betrifft. An Beispielen belegt der Autor, dass wir durch die Krise "gestolpert" Der entzauberte Staat sind. Der Staat sei in seiner Rolle des Risikomanagements immer noch schlecht gerüstet, so seine Kernthese. Auch die Vernetzung von Politik und Wissenschaft gelinge nicht genügend. Eine Folge davon ist, dass die Bürger das Vertrauen in den Staat verlieren. Schularick spricht die Rückstände konkret an: zurückgebliebene Digitalisierung und wachsende Bürokratie. Auswirkungen sind auch im wichtigen Bereich der Bildung zu sehen, in dem der Distanzunterricht in den wenigsten Fällen reibungslos verläuft. Welche Therapie wäre nötig? Neues Denken! Mentalitätswechsel! Mehr pragmatisches Selbstvertrauen! Der Staat solle finanzielle Risiken eingehen, die Schuldenbremse abmildern, mehr auf Europa setzen und notwendige Wirtschaftsbereiche wie die Produktion von Chips und pharmazeutischen Gütern im Binnenmarkt fördern. Zusammenfassend lautet seine Forderung: Wir brauchen den vorausschauenden, flexiblen und risikobereiten Staat, damit wir auch "in Zukunft nachhaltig in Wohlstand leben können". Das Buch ist eine umfassende, kritische Analyse und macht konkrete Verbesserungsvorschläge. Es lohnt sich, über Schularicks Thesen nachzudenken. Allen Büchereien empfohlen.

Berthold Schäffner

Berthold Schäffner

rezensiert für den Borromäusverein.

Der entzauberte Staat

Der entzauberte Staat

Moritz Schularick
C.H.Beck (2021)

C.H.Beck : Paperback
140 Seiten
kt.

MedienNr.: 606193
ISBN 978-3-406-77782-0
9783406777820
ca. 14,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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