Auf der Sonnenseite

Das Ehepaar ist bereits in den Westen ausgereist, von der Bundesrepublik freigekauft, und wartet verzweifelt auf die Ausreise ihrer Kinder, die in der DDR festgehalten werden. Doch endlich dürfen sie die beiden aus dem Kinderheim Auf der Sonnenseite abholen, und es beginnt ein neues Leben in dem Land, das sie sich sehnlichst gewünscht haben. Für den Protagonisten stellt der Westen die Sonnenseite dar und soll es auch bleiben. Die politischen Ereignisse der Zeit überstürzen sich in den Jahren zwischen Mauerbau und Fall der Mauer, während Lenz auf der einen Seite die Reisefreiheit des Westens genießt und auf der anderen Seite Unverständnis auf vielen Ebenen äußert. Es sind nicht nur die Jahre des Kalten Krieges, sondern auch der Studentenunruhen und der Roten-Armee-Fraktion. Dennoch bietet das Leben im Westen unzählige Möglichkeiten, die der Protagonist und seine Familie zu nützen wissen. Das geteilte Berlin dient als Kulisse der Zeitgeschichte, bis es zu dem denkwürdigen November 1989 kommt, der alle überrascht. - Eine hervorragend unsentimental und unvoreingenommen erzählte Familiengeschichte, die sowohl den Menschen im Osten als auch im Westen und genauso beiden Systemen gerecht wird, und auf unzählige Kleinigkeiten aufmerksam macht, die insgesamt den Alltag ausmachten. Breit empfohlen!

Lili Aignesberger

Lili Aignesberger

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Auf der Sonnenseite

Auf der Sonnenseite

Klaus Kordon
Beltz & Gelberg (2009)

297 S.
fest geb.

MedienNr.: 315292
ISBN 978-3-407-81059-5
9783407810595
ca. 8,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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