Warum unsere Kinder ein Glück sind

Eine deutlich andere Position als Bestseller-Autor Michael Winterhoff (MedienNr.: 302812) vertritt Wolfgang Bergmann: Kinder sind von Anfang an auf das Eingehen von Beziehungen hin ausgerichtet, und sie müssen zu "angemessenem" Warum unsere Kinder ein Glück sind Verhalten nicht extra konditioniert werden. Er setzt sich mit Winterhoffs erstem Buch ("Warum unsere Kinder Tyrannen werden": BP 08/262) und mit dem gesellschaftlichen Klima auseinander, in der ein solcher Titel ein Bestseller werden kann: ein Einspruch gegen den Ruf nach immer mehr Zucht und Ordnung in der Kindererziehung. Dabei leugnet er Fehlentwicklungen nicht, erklärt sie aber nicht mit einer absurden Häufung schwerer seelischer Störungen, sondern mit Blick auf die gesellschaftlichen Ursachen: Wenn Kinder in einer als unsicher empfundenen Welt die Garanten von Glück und Stabilität in der Familie sein sollen, werden sie überfordert. Bergmann verweist die Eltern in seinem flüssig geschriebenen Buch darauf, nicht nur in der Elternrolle aufzugehen und sich nicht nur über ihre Kinder zu definieren, sondern sich an ihren Kindern zu freuen. Er vermittelt einen entspannten Blick auf Kinder und ermutigt zu kreativen Lösungen von Konflikten. Auch wenn das Buch nicht frei von Klischees ist und nicht jede Anregung für jeden Leser passen wird, ist es eine lohnende Lektüre, nach der man sich mit neuer Lust dem Familienleben zuwendet.

Annette Jantzen

Annette Jantzen

rezensiert für den Borromäusverein.

Warum unsere Kinder ein Glück sind

Warum unsere Kinder ein Glück sind

Wolfgang Bergmann
Beltz (2009)

174 S.
kt.

MedienNr.: 308316
ISBN 978-3-407-85879-5
9783407858795
ca. 14,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Pä
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