Charlotte

Der Autor leichter, hinreißender Beziehungsgeschichten hat hier ein ganz anderes Genre gewählt. Er geht den Spuren der Malerin Charlotte Salomon nach, die blutjung und schwanger 1943 im KZ ermordet wurde. Er besucht die Orte, an Charlotte denen sie gelebt hat, Berlin und die Provence, wohin sie vor den Nazis geflohen war und ihre besten Bilder gemalt hat. Den Anstoß erhielt er 2006 in der Pariser Ausstellung "Leben? Oder Theater?" mit Bildern, in denen sie ihr bedrohtes Leben mit ihrer Familiengeschichte in Wort und Bild aufgezeichnet hat. Sehr einfühlsam und in Form eines epischen Prosagedichts versetzt sich der Autor in die Gefühle eines Kindes und jungen Mädchens, das früh seine Mutter verlor. Erst 1940 erfuhr sie von deren Selbstmord und den Selbstmorden ihrer Tante, Großmutter, deren Schwester und deren Sohn. Sie reagierte darauf, indem sie sagte, dass sie "ihre Geschichte aufmalen" musste, um nicht verrückt zu werden. Der Roman wurde in Frankreich mit dem "Prix Goncourt des lycéens" ausgezeichnet und ist insbesondere für literarisch und kunsthistorisch interessierte Leser sehr zu empfehlen. (Übers.: Christian Kolb)

Ileana Beckmann

Ileana Beckmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Charlotte

Charlotte

David Foenkinos
Dt. Verl.-Anstalt (2015)

237 S.
fest geb.

MedienNr.: 798077
ISBN 978-3-421-04708-3
9783421047083
ca. 17,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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