Dinge, die wir heute sagten

Die alte Anna Hanske stirbt. In einem Dorf, das Bresekow heißt und irgendwo versteckt in Vorpommern liegt. Hier kennt jeder jeden und so ein Todesfall gibt natürlich Anlass für allerlei Gerede und Geschwätz. Dann taucht auch noch Dinge, die wir heute sagten Ingrid in dem Dorf auf, die Tochter von Anna Hanske, die mittlerweile in Irland lebt. Sie muss sich um das Erbe kümmern, das Haus. Und Ingrid kommt nicht allein, sie bringt auch ihren Sohn Paul mit. Auch er bringt Bewegung in die Dorfgemeinschaft. Durch sein Auftreten werden aus den Teenagern Ella und Romy Freundinnen. Seite für Seite entfaltet sich die Dorfgemeinschaft und die verschiedenen Figuren in ihr, vom zurückgebliebenen Henry, über die alte Freundin von Anna Hanske, Maria, bis hin zum perspektivlosen Teenager Ecki. Jeder kommt zu Wort, in seiner eigenen Sprache, seiner eigenen Sicht der Dinge und seinen Problemen. Dabei ist nichts ausgespart, Alkoholismus, Drogenmissbrauch, Vergewaltigung, Trostlosigkeit - all das ist auch in Bresekow zu Hause. Aber es gibt auch Musik (Die Beatles), Freundschaft und Liebe. - Mitunter lädt der Debütroman von Judith Zander fast zum Schmökern ein, der Leser kommt den handelnden Figuren sehr nahe. Dann wiederum kommt das Buch einer detailgetreuen Sozialstudie gleich. Kein alltägliches Buch über alltägliche Menschen. Für große Bestände.

Barbara Leidl

Barbara Leidl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Dinge, die wir heute sagten

Dinge, die wir heute sagten

Judith Zander
Dt. Taschenbuch-Verl. (2010)

dtv ; 24794 : dtv-premium
479 S.
kt.

MedienNr.: 328619
ISBN 978-3-423-24794-8
9783423247948
ca. 16,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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