Die Hände meines Vaters

Die russische Germanistin Irina Scherbakowa erzählt in dem vorliegenden Buch die Geschichte ihrer Familie: Eine Geschichte, die von bewegenden und schrecklichen Ereignissen durchwoben ist - die beiden Weltkriege, die Oktoberrevolution, Die Hände meines Vaters die Sowjetzeit. Keines der grausamen Ereignisse des 20. Jahrhunderts hat die Familie nicht erleben müssen. Gerade ihre jüdische Herkunft hat es Scherbakowas Familie um vieles erschwert. Doch Irina Scherbakowa gelingt es, sensibel diese Geschichte nachzuerzählen und damit aufzuzeigen, wie schrecklich die Konsequenzen der großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts für die einzelnen Familien waren. - Das Buch ist empfehlenswert, weil es tief hineinführt in das Elend einer Familie, die getroffen war von Schrecken, Gewalt und Krieg. Aus zwei Gründen ist es keine einfache Lektüre: Einerseits kann ein Buch über eine russisch-jüdische Familie des 20. Jahrhunderts nicht einfach sein - das verbietet schon alleine die Geschichte. Andererseits setzt Scherbakowa vieles beim Leser voraus (z.B. russische Literaten oder das Hintergrundwissen über bestimmte Ereignisse) und es macht es so schwer, das Buch bis zum Ende durchzuhalten. Dennoch ist es aufgrund seiner Brisanz für größere Bestände empfehlenswert.

Fabian Brand

Fabian Brand

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Hände meines Vaters

Die Hände meines Vaters

Irina Scherbakowa
Droemer (2017)

414 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 591684
ISBN 978-3-426-27710-2
9783426277102
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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