Hass. Macht. Gewalt.

Über die Hooligan-Szene fand Philip Schlaffer Anschluss an Neonazi-Kreise. Bald verdiente er sein Geld mit dem Vertrieb rechter Musik und gründete schließlich in Wismar die "Werwölfe Wismar", eine Kameradschaft, die mit Gewaltaktionen Hass. Macht. Gewalt. für Aufsehen sorgte. Als Anführer einer Rockergruppe, die er 2008 mitbegründete, wurde Schlaffer zu einer festen Größe im Rotlichtmilieu Mecklenburg-Vorpommerns. Nach Jahren, die er nicht zuletzt wegen Körperverletzung im Gefängnis verbracht hat, löste sich der Autor von seiner Vergangenheit und ist heute in der Gewaltprävention tätig. Schlaffer schildert nicht nur die exzessive Gewalt der Kreise, in denen er sich bewegte, er zeigt auch die Konkurrenzkämpfe und die materialistische Orientierung auf, die dort vorherrschen. Durch den umgangssprachlichen, manchmal auch ironischen Tonfall läuft das Buch aber auch Gefahr, die Geschehnisse trotz der Schonungslosigkeit, mit der der Autor sie schildert, teilweise zu verharmlosen und wie Jugendstreiche erscheinen zu lassen. Allerdings bietet das Buch wichtige Einblicke in das Rechte Milieu, und stellt den Schwärmereien von Kameradschaft und Volksgemeinschaft ein weniger romantisches Bild gegenüber.

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Hass. Macht. Gewalt.

Hass. Macht. Gewalt.

Philip Schlaffer
Droemer (2020)

315, [8] Seiten : Illustrationen (überwiegend farbig)
kt.

MedienNr.: 600892
ISBN 978-3-426-27825-3
9783426278253
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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