Glorreiche Zeiten

Buchhalter wollte Teddy Todd nicht werden. So entschloss sich der Sohn eines britisch-traditionellen Bankers und seiner eher weltabgewandten Ehefrau, sich freiwillig zur Armee zu melden. Wider eigenes Erwarten übersteht er die vielen Glorreiche Zeiten Einsätze über Deutschland unbeschadet und entschließt sich, mit seiner Jugendliebe ein bescheidenes ländliches Leben zu führen. Seine Tochter gerät in den Sog der Hippie- und Esoterikszene und avanciert später zu einer bekannten Schriftstellerin. Ihre beiden Kinder leiden sehr an ihren schwierigen Eltern und finden ihre emotionale Zuflucht beim Großvater. - Im Zentrum des Romans stehen eindeutig die Kriegserlebnisse mit detaillierten Schilderungen der Einsätze, aber auch des Lebens im Umfeld der Startbahnen; die Anspannung im Flugzeug und die Methoden der Soldaten, damit fertigzuwerden. Bewusst blendet die Autorin - manchmal in nicht sofort einsichtigen, Sprüngen - die Jugend des Piloten und vor allem seine späten Jahre ein. Atkinsons Charaktere sind durchwegs plastisch, mit Ecken und Kanten. Man spürt so etwas wie einen liebevollen Blick, mit dem sie die Protagonisten begleiten. Es ist nicht zu hoch gegriffen, den Roman als "Zusammenfassung" der Viten vieler Kriegsteilnehmer zu sehen. Empfehlenswert. (Übers.: Anette Grube)

Pauline Lindner

Pauline Lindner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Glorreiche Zeiten

Glorreiche Zeiten

Kate Atkinson
Droemer (2015)

507 S.
fest geb.

MedienNr.: 582553
ISBN 978-3-426-28129-1
9783426281291
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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