The president is missing

Bill Clinton ist bislang nur als Sachbuch-Autor in Erscheinung getreten. Für seinen ersten Roman hat sich der ehemalige US-Präsident die Unterstützung des weltweit erfolgreichsten Thrillerautors, James Patterson, geholt. Kein Wunder The president is missing also, dass der Thriller in den USA ein Bestseller geworden ist. Der fiktive Protagonist des Buches, Jonathan Duncan, ist ebenfalls US-Präsident und versucht die USA vor einem Terroranschlag zu bewahren. Wegen seines Vorgehens gerät er ins Kreuzfeuer seiner politischen Gegner. Schließlich bleibt dem Präsidenten keine andere Wahl - er muss untertauchen. Die Figur des Jonathan Duncan weist einige Parallelen zu Bill Clinton auf: Er gehört den Demokraten an, stammt aus den Südstaaten, vor allem aber muss er vor einem Untersuchungsausschuss des Kongresses aussagen und gerät unter immensen Rechfertigungsdruck, ebenso wie Clinton in seiner Amtszeit. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Clinton seinen Protagonisten für sich und seine Amtszeit sprechen lässt. Auffällig dabei ist auch, dass Duncan ein durch und durch moralisch handelnder Präsident ist und gemessen an den Regierungszeiten der vergangenen Präsidenten so etwas wie eine Idealfigur darstellt. Beides sorgt für einen faden Beigeschmack der auch nicht von der recht spannenden Handlung überdeckt werden kann. (Übers.: Anke u. Eberhard Kreutzer)

Sebastian Heuft

Sebastian Heuft

rezensiert für den Borromäusverein.

The president is missing

The president is missing

Bill Clinton ; James Patterson
Droemer (2018)

475 S.
fest geb.

MedienNr.: 593028
ISBN 978-3-426-28197-0
9783426281970
ca. 22,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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