Horror-Date
Der todkranke Raphael verabredet sich über eine Dating-Plattform für Totgeweihte mit der ebenfalls schwerkranken Nala. Doch als er sich am Tag des Dates nicht gut fühlt, überredet er seinen besten Freund Julius, für ihn einzuspringen, da er Nala
nicht enttäuschen möchte. Julius möchte bald heiraten, zögert erstmal, erfüllt dann aber doch die Bitte seines Freundes und gibt sich als Raphael aus. Zunächst versteht er sich sehr gut mit Nala, doch vorzugeben, jemand anders zu sein, ist nicht so einfach, zumal er den Chat-Verlauf nicht kennt. Ständig muss er improvisieren. Nala hatte sich ihren Date-Partner anders vorgestellt, doch sie gibt ihm eine Chance. Julius soll Nala zu einem Familienfest begleiten, bei dem Nalas Vater, ausgerechnet ein Geschäftspartner von Julius, den Eisprung seiner Frau feiert und die Zeugung eines weiteren Kindes. Das wollen Nalas Geschwister mit allen Mitteln verhindern. Und so nimmt der skurrilste Tag in Julius Leben seinen Lauf: Eine senil spielende Großmutter, ein verrückter Vater, eine esoterische Stiefmutter und anstrengende Geschwister. Was Julius nicht weiß: Auch seine Verlobte ist kein Kind von Traurigkeit und erlebt ebenfalls einen seltsamen Tag. – Das Buch ist sehr unterhaltsam, aber auch sehr skurril. Hauptsächlich geht es um das Schicksal, den Umgang damit, über Lügen und über das Leben, während man vom bevorstehenden Tod weiß. Fitzek verpackt das Tabu-Thema geschickt in eine unterhaltende Geschichte. Wem die vorherigen Kein-Thriller (zul. "Elternabend", BP/mp 23/719) gefallen haben, dem wird auch dieses Buch sehr gut gefallen. Wer den skurrilen Humor nicht mag, sollte es lieber nicht lesen. – Für alle Büchereien und Fans des schrägen Humors sehr zu empfehlen.
Melanie Bremer
rezensiert für den Borromäusverein.
Horror-Date
Sebastian Fitzek ; mit Illustrationen von Jörn Stollmann
Droemer (2025)
335 Seiten : Illustrationen
kt.