Endstation Küste

Es ist ein Bereich der Gefühle, der im Grunde unbeschreibbar ist, da keiner, der ihn erfährt, in der Lage sein dürfte, aufzuschreiben, was ihn bewegt: die Zeit des langsamen Sterbens, des Abschiednehmens von immer mehr und schließlich Endstation Küste vom Leben selbst. In sehr zarter und feinfühliger Sprache nähert sich der Autor des schmalen Buches diesem Thema. Aus der Sicht eines Todgeweihten, der in ein Hospiz an der Küste der Normandie einzieht, wird in unterschiedlich langen und ungeordneten Schlaglichtern die (mögliche) Gedankenwelt eines Sterbenden dargestellt. Der Anblick der Küste fließt hier ebenso ein wie die täglich an dem hilflosen Patienten vorgenommenen Pflegeeinheiten; routinierte, aber doch so wichtige Berührungen werden in ihrer Bedeutung eindringlich geschildert wie das zunehmende Verschwimmen der Erinnerungen. Dass Angst kaum ein Thema ist, aber sonst nichts beschönigt oder romantisiert wird, bleibt stark in Erinnerung. Ein empfehlenswertes Buch zum Nachdenken!

Susanne Elsner

Susanne Elsner

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Endstation Küste

Endstation Küste

Pascal Ruffenach
Echter (2014)

131 S.
kt.

MedienNr.: 577220
ISBN 978-3-429-03658-4
9783429036584
ca. 12,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa
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