Ein ganzes Leben

Andreas Egger kam 1902 mit etwa vier Jahren in das namenlose Bergdorf, nachdem seine Mutter gestorben war. Der Großbauer Hubert Kranzstocker nahm seinen Neffen nur ungern auf und ließ ihn oft die Gerte spüren. Dabei bricht er ihm Ein ganzes Leben eines Tages das Bein, das vom Knochenrichter nur notdürftig wieder hergerichtet wird und ihm ein lebenslanges Handicap beschert. Der Leser begleitet Egger durch seine Schulzeit, erfährt vom Tod der geliebten Ziehmutter und erlebt mit, wie er als Hilfsarbeiter bei den Vorbereitungen für die ersten Seilbahnen mitarbeitet. Und dann begegnet Egger Marie, der Liebe seines Lebens, die er durch ein Unglück jedoch wieder verliert. Es folgt der Zweite Weltkrieg, der ihm 1942 die Einberufung und nach Kriegsende die Gefangenschaft in Russland beschert. Um ihn herum verändert sich die Welt, es gibt plötzlich Fernseher, der erste Mensch landet auf dem Mond, sein Tal wird Touristengebiet und er Fremdenführer. Mit 79 Jahren stirbt Egger zufrieden mit seinem Leben und voller Staunen darüber, wie es abgelaufen ist und welche Wendungen es genommen hat. - Dem Wiener Autor Robert Seethaler ist mit dieser Lebensbeschreibung in knappen und doch funkelnden Sätzen ein eindrückliches Stück Literatur gelungen, das jeder Bibliothek zur Anschaffung empfohlen werden kann.

Gabriele Güterbock-Rottkord

Gabriele Güterbock-Rottkord

rezensiert für den Borromäusverein.

Ein ganzes Leben

Ein ganzes Leben

Robert Seethaler
Goldmann (2016)

Goldmann ; 48291
184 S.
kt.

MedienNr.: 585735
ISBN 978-3-442-48291-7
9783442482917
ca. 11,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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