Trotzkis Narr

In der Fortsetzung der Serie um den Berliner Privatermittler Hans Berndorf (zul. "Schlangenkopf", BP/mp 12/393) geht es um eine Seilschaft, die in große Baufirmen, Politik, Senatsverwaltung und Polizei hineinreicht. Berndorf soll zunächst einer Frau Trotzkis Narr helfen, die glaubt verfolgt zu werden. Von dieser eigentlich simplen Untersuchung ausgehend, eröffnen sich ihm ungeahnte Einblicke in weitreichende kriminelle Machenschaften: Ein Polizist übt Druck auf einen Verwaltungsbeamten aus. Ein Kleinkrimineller wird zum Mörder. Ein linksgerichteter Politaktivist bietet eine Dienstleistung an, aus der sich große Geldsummen schöpfen lassen. Mehrere Manager befürchten, dass ein lukrativer Deal platzt. Die Ermittlungen Berndorfs und seiner Kollegin Tamar Wegenast fördern nach und nach Details eines unmoralischen Systems ans Tageslicht. - Der Roman besteht aus recht kurzen, schnell aufeinanderfolgenden Kapiteln. Die Figurenzeichnung, die weitgehend ohne Klischees auskommt, und eine Beschreibung der Berliner Gegenwart, die die zahlreichen Grautöne hervorhebt, tragen zum positiven Gesamtbild des Kriminalromans bei. - Weiterhin eine der besten Serien der aktuellen deutschsprachigen Kriminalliteratur.

Thomas Völkner

Thomas Völkner

rezensiert für den Borromäusverein.

Trotzkis Narr

Trotzkis Narr

Ulrich Ritzel
btb (2013)

461 S.
fest geb.

MedienNr.: 575925
ISBN 978-3-442-75298-0
9783442752980
ca. 19,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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