Vom Ende eines langen Sommers

Amsterdam 2004: Marielle, Anfang 40, hatte immer ein sehr problematisches Verhältnis zu ihrer Mutter, genauer gesagt zu ihrer Adoptivmutter, die ihr stets kühl und unnahbar begegnete. Liebe und Nähe erfuhr sie nur bei ihrer heiß Vom Ende eines langen Sommers geliebten Kinderfrau und während ihrer Sommerurlaube in der Toskana bei einer eng vertrauten Familie. Von dort erhält sie nach dem Tod der Mutter auch deren Tagebücher, die sie zunächst widerwillig zu lesen beginnt. - Es sind hauptsächlich zwei Ebenen, aus denen sich dieser Roman zusammensetzt: Marielles (Adoptiv-) Mutter erzählt in den Tagebüchern als junge Frau von ihren Kriegserlebnissen, von ihrer Schuld, von ihrer unerfüllten Liebe und Marielle erzählt von ihrem letzten Sommer mit der Mutter, von ihren Kindheitserinnerungen und von ihrer eigenen schwierigen Liebe. Hauptschauplatz der Handlung ist jeweils die sommerliche Toskana. Zusammengeführt werden beide bittersüß anmutenden Geschichten in der Gegenwart, wo das Schicksalsband zwischen Mutter und Tochter gewissermaßen durchtrennt werden kann, indem Marielle schließlich die Wahrheit über ihre Eltern, die der Leser allerdings schon früher ahnen kann, erfährt. - Beate T. Hanika gelingt ein durchaus berührender und, trotz oder gerade wegen eines kaum spürbaren Hauchs von Klischeehaftigkeit, schöner Roman mit zeitgeschichtlichem Hintergrund. Gute Unterhaltung!

Barbara Nüsgen-Schäfer

Barbara Nüsgen-Schäfer

rezensiert für den Borromäusverein.

Vom Ende eines langen Sommers

Vom Ende eines langen Sommers

Beate Teresa Hanika
btb (2018)

317 S.
fest geb.

MedienNr.: 594952
ISBN 978-3-442-75707-7
9783442757077
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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