Wer zweimal stirbt

Der 10-jährige Pfadfinder Edvin hat einen Totenschädel auf einer unbewohnten Insel gefunden. Er geht damit zu seinem bewunderten Nachbarn Bäckström (zul. "Der glückliche Lügner", BP/mp 15/670), dem bekanntesten Kriminalkommissar Wer zweimal stirbt Schwedens. Dieser setzt seine Leute auf den mysteriösen Fall an, während er sich selbst nicht die Hände schmutzig macht. Es zeigt sich, dass die DNA des Schädels identisch ist mit der einer Thailänderin, die beim Tsunami 2004 ertrank. Hier ist irgendwas faul! Wer soll diesen Fall besser klären können als Bäckström mit seinem unnachahmlichen Gespür für Lösungen von schwierigen Fällen, unterstützt durch sein kompetentes "Fußvolk"? - Leif GW Persson (*1945) beriet als Professor der Kriminologie die schwedische Polizeibehörde, war Experte in einer beliebten Fernsehsendung über ungeklärte Kriminalfälle und hat zahlreiche gesellschaftskritische Krimis geschrieben. Sehr interessant ist der Exkurs über die effektive Identifizierung der über 500 schwedischen Tsunamiopfer in Thailand. Hier ist Professor Persson voll in seinem Element. Überhaupt nimmt die Forensik eine zentrale Rolle in diesem Krimi ein, Gewalt- und Actionszenen gibt es kaum. Bäckström gehört mit seiner Xeno- und Homophobie und zweifelhaften Moral nicht gerade zu den sympathischen Romanhelden. Die Leser/-innen, die nicht von der derben Ausdrucksweise zurückschrecken, erwartet eine kriminologisch interessante, gut komponierte satirische Geschichte, geschrieben von einem absoluten Kenner der Polizeiarbeit.

Maria Holgersson

Maria Holgersson

rezensiert für den Borromäusverein.

Wer zweimal stirbt

Wer zweimal stirbt

Leif GW Persson ; aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm
btb

571 Seiten
kt.

MedienNr.: 600688
ISBN 978-3-442-75747-3
9783442757473
ca. 16,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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