Friedrich Schiller oder die Erfindung des Deutschen Idealismus
Ausführlich und äußerst detailliert schildert der Autor - leider in oftmals blumiger Sprache - den Lebensweg des Dichters, benennt zahlreiche Quellen, veranschaulicht die brisanten Zeitumstände und gibt durch passende Zitate ein umfassendes Bild
nicht nur des Dichters, sondern auch des Menschen. Er stellt Schillers Selbstzweifel und seinen Mangel an Gelassenheit seinem großen Selbstbewusstsein, seinem Bedürfnis nach Anerkennung, seiner Begeisterungsfähigkeit und schöpferischen Neugier gegenüber und holt dadurch den Dichter aus dem heroischen Blickwinkel heraus und zeigt ihn als facettenreichen Menschen. "Freiheit" (das absolut Unvorhersehbare) und "Liebe" (das metaphysische Prinzip) unterstreichen Schillers Anspruch, sich nicht von den Dingen beherrschen zu lassen, sondern sie zu beherrschen.
Inge Hagen
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Friedrich Schiller oder die Erfindung des Deutschen Idealismus
Rüdiger Safranski
Hanser (2004)
559 S.
fest geb.