Marjampole oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte

Auch wenn Marjampole nicht im geographischen Zentrum Europas liegt, verortet der Historiker Karl Schlögel hier eines der neuen Zentren des Kontinents. Marjampole steht auch für die vielen anderen Orte im Osten Europas, die nach der Marjampole oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte epochalen Wende von 1989 auf einer spannenden Suche nach der Zukunft sind. Voller Begeisterung beobachtet der Autor diese unkoordinierten, manchmal hektischen Entwicklungen, sieht aber v.a. in den Städten eine ungeheure Kraft, um den europäischen Geist neu zu beflügeln. In seinen Essays kann man den leidenschaftlichen Bahnfahrer Schlögel sowohl auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Moskau und Sankt Petersburg begleiten, als auch die schier unendliche Zugfahrt von Odessa nach Czernowitz miterleben. Kulturelle Höhepunkte wie Jugendstilbauten in Budapest oder Bauhausarchitektur in Brünn tauchen aus jahrzehntelangem Vergessen wieder auf. - Hoffentlich gehen möglichst viele Leser mit diesem ausgezeichneten Buch auf Entdeckungsreise in die Vergangenheit und Zukunft Europas.

Dietmar Adam

Dietmar Adam

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Marjampole oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte

Marjampole oder Europas Wiederkehr aus dem Geist der Städte

Karl Schlögel
Hanser (2005)

317 S.
fest geb.

MedienNr.: 549335
ISBN 978-3-446-20670-0
9783446206700
ca. 21,50 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Er
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