Schöne Literatur

Martin Mosebach denkt in diesem Band auch über Schriftsteller, literarische Werke und Themen nach, die nicht im Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit stehen. Nicolàs Gòmez Dàvila und Gerhard Nebel zum Beispiel dürften nur Schöne Literatur wenigen bekannt sein. Und dann ist da noch ein Essay, dessen Titel so unzeitgemäß ist, dass man sofort neugierig wird auf das Buch und seinen Autor: "Was ist katholische Literatur?" Mosebach gehört zu den wenigen zeitgenössischen Autoren, die in einem gänzlich laizistischen Kulturbetrieb ihre religiöse Konfession nicht schamhaft oder gleichgültig verbergen. Er fordert so die lau dem nachreligiösen Zeitgeist verfallenen Intellektuellen zum Argumentieren heraus. Aber auch der bekennende Katholik Mosebach muss in seinem langen und sehr differenzierten Essay über die katholische Literatur zugeben, dass es schwer, vielleicht sogar unmöglich ist, zum Beispiel einen Roman als explizit "katholisch" zu etikettieren. Lässt sich etwa, so fragt auch Mosebach skeptisch, die "Wirklichkeit der Heiligkeit mit den Mitteln des psychologischen Romans, der der Roman der Neuzeit ist, darstellen?" - Ein provokatives, kluges Buch, das leidenschaftlich Partei ergreift für das Lesen "Schöner Literatur" und für das unabhängige Denken gegen alle Vorurteile.

Carl Wilhelm Macke

Carl Wilhelm Macke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Schöne Literatur

Schöne Literatur

Martin Mosebach
Hanser (2006)

232 S.
fest geb.

MedienNr.: 247767
ISBN 978-3-446-20711-0
9783446207110
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li, SL
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