Im Kielwasser

Der arbeitslose Buchhändler Arvid Jansen, geschieden, Vater zweier Töchter, ist physisch und psychisch am Ende. Was ihn nicht loslässt, sind jene schrecklichen Bilder, die sich für ihn mit einem sechs Jahre zurückliegenden Schiffsunglück Im Kielwasser verbinden. Dass der Brandkatastrophe auf einer Fähre seine Eltern sowie seine beiden jüngeren Brüder zum Opfer fielen, hat er nicht verarbeiten und bewältigen können. Als Folge des ihn traumatisierenden Geschehens zieht er sich zurück und bricht seine Kontakte zur Außenwelt ab. Arvids zögerliches Erwachen aus einem tranceähnlichen Zustand entspricht dem Ausgangspunkt des emotional bewegenden Romans, der vorrangig die ambivalente Beziehung eines Sohnes zu seinem Vater thematisiert. Dass sich der Leser in den Vater-Sohn-Konflikt unmittelbar einbezogen fühlt, ist das Ergebnis eines intensiven und Authentizität vermittelnden Erzählens. Indem der 1952 in Oslo geborene Per Petterson das konkrete soziale Umfeld seines sensiblen Protagonisten nicht außer Acht lässt, bekräftigt er sein ausgeprägtes Interesse an gesamtgesellschaftlichen Vorgängen. Sehr zu empfehlen. (Übers.: Ina Kronenberger)

Kirsten Sturm

Kirsten Sturm

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Im Kielwasser

Im Kielwasser

Per Petterson
Hanser (2007)

188 S.
fest geb.

MedienNr.: 553874
ISBN 978-3-446-20867-4
9783446208674
ca. 19,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.