Nach dem Ende der Schönheit

Der Sammlung von Gedichten ist ein eigenes längeres Widmungsgedicht mit dem Titel "Abend ohne Abenteuer" vorangestellt. An einer Stelle heißt es da: "Was verlorengeht/ bleibt bewahrt in uns als/ das was verlorengeht". Nach dem Ende der Schönheit Für die folgenden Gedichte, die aus vier der bisher erschienenen Sammlungen des Autors für diesen Band ausgewählt wurden, ist diese Zeile eine Art Basso Continuo. Von Verlusten ist sehr viel die Rede, aber nie nostalgisch, wehmütig oder klagend. Bewegend und irritierend zugleich die Erinnerung an die verstorbene Großmutter. "Nichts hielt dich mehr/ Du starbst weiter." Man wird als Leser immer gezwungen, zu Ende zu denken, was vom Dichter vielleicht nur kurz angesprochen, flüchtig in Erinnerung gerufen wird. Vlavianos, als Sohn griechischer Eltern in Rom geboren, aufgewachsen in Brasilien und an englischen Universitäten ausgebildet, verlangt viel von den Lesern seiner Gedichte. Nichts ist gefällig, leicht zu merken, 'schön' formuliert. Es sind Gedichte "nach dem Ende der Schönheit". "In jedem Gedicht/ gibt es ein anderes Gedicht,/ einen Kern aus Schweigen". In seinem Nachwort schreibt Joachim Sartorius, in diesen Gedichten sei immer der Glaube spürbar, "dass Dichtung mehr ist als Spiel, dass sie unseren ganzen Einsatz fordert". (Übers.: Torsten Israel)

Carl Wilhelm Macke

Carl Wilhelm Macke

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Nach dem Ende der Schönheit

Nach dem Ende der Schönheit

Haris Vlavianos
Hanser (2007)

Edition Lyrik Kabinett bei Hanser ; 4
97 S.
fest geb.

MedienNr.: 269746
ISBN 978-3-446-20871-1
9783446208711
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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