Schwieriges Glück

Sich Gedanken darüber zu machen, wie Männer heute ihre Vaterrolle ausfüllen können, ist durchaus notwendig. Moderne Väter wollen und müssen ihre Rolle zwischen Familie und Karriere finden, zwischen traditionellem Vaterbild, eigenem Schwieriges Glück Ideal und der manchmal tristen Realität. Eberhard Rathgebs "Versuch über die Vaterliebe" spricht all diese Punkte und noch einige mehr an - und muss doch als gescheitert gelten. Man muss seine verstiegenen Gedankengänge ("Als seine Tochter auf die Welt kam, war der Sohn älter, als sein Vater gewesen ist, als er, der Sohn, geboren wurde, obwohl sich der Sohn immer gesagt hatte, dass er, wenn er denn Kinder in die Welt setzen würde, nicht älter, sondern auf jeden Fall jünger als sein Vater sein sollte." S. 108) z.T. wohl schon als Ausdruck von Ratlosigkeit werten. Dabei finden sich durchaus bedenkenswerte Ansätze, z.B. zu dem Phänomen, dass auch Paare, die eine moderne, gleichberechtigte Ehe führen wollen, nach der Geburt des ersten Kindes wieder in alte Fahrwasser zurückfallen und der Mann sich in der Rolle des Ernährers wiederfindet. Doch daneben stehen Passagen, in denen Rathgeb, im Hauptberuf Redakteur bei der FAZ, ins Banale abgleitet. So will er z.B. an der Art und Weise, wie Paare die Hände ineinander verschränken, ablesen, wer in der Beziehung das Sagen hat (S. 117). Dem ganzen Unternehmen fehlt ein roter Faden, die komplizierten Satz- und Gedankenkonstruktionen tragen nicht gerade zur Verständlichkeit bei. - Geeignet für Liebhaber reiner Feuilletongedankenspiele.

Christoph Holzapfel

Christoph Holzapfel

rezensiert für den Borromäusverein.

Schwieriges Glück

Schwieriges Glück

Eberhard Rathgeb
Hanser (2007)

159 S.
fest geb.

MedienNr.: 556401
ISBN 978-3-446-20943-5
9783446209435
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Fa
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