Der taumelnde Kontinent

Eine Zeit "vibrierender Energie und Geschwindigkeit" seien die Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges gewesen, so Philipp Blom in der Einleitung zu seinem ambitionierten Buch, in welchem er sich nichts weniger vorgenommen Der taumelnde Kontinent hat, als ein umfassendes Porträt jener Scharnierzeit unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs zu zeichnen. Bloms Vorgehensweise ist so einfach wie genial: Jedem Jahr ist ein eigenes Kapitel gewidmet, das von einer charakteristischen Episode eröffnet wird und anhand derer beherrschende Themen dieser Jahre, etwa der Rausch der Geschwindigkeit oder die rigiden Moralvorstellungen, behandelt werden. Da der Verfasser besonderen Wert auf eine unverfälschte zeitgenössische Perspektive legt und vielfach die Quellen selbst zu Wort kommen lässt, entsteht ein einzigartiges und authentisches Panoptikum, das die Atmosphäre dieser Jahre buchstäblich mit den Händen greifbar werden lässt. Kurzum: Philipp Blom ist es gelungen, ein erfrischendes und mit einer unbändigen Lust am Erzählen geschriebenes Buch vorzulegen. Breit einsetzbar.

Bernhard Lübbers

Bernhard Lübbers

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der taumelnde Kontinent

Der taumelnde Kontinent

Philipp Blom
Hanser (2009)

528, [8] S. : Ill. (z.T. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 561717
ISBN 978-3-446-23292-1
9783446232921
ca. 25,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
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