Ich sehe das, was ihr nicht seht

Man kann es sich eigentlich so gar nicht vorstellen, dass eine Frau, die von Geburt an blind ist, den steinigen Weg bis zur Zulassung als Strafverteidigerin schafft. Aus dieser Situation heraus blickt Pamela Pabst (zusammen mit ihrer Ich sehe das, was ihr nicht seht Co-Autorin Shirley Michaela Seul) zurück auf ihr Leben, das sie in der Schule mit hänselnden Mitschülern, die ihr dumme Streiche spielen, konfrontiert. In dieser Zeit ist ihr das Leben oft sehr schwer, aber sie schafft trotz aller Widerstände mithilfe der Blindenschrift und entsprechend ausgestalteten Medien die jeweils gesteckten Zwischenziele bis hin zu den Abschlussprüfungen mit sehr gutem Erfolg. Kurz vor dem ersten Staatsexamen erfährt sie zu ihrem Entsetzen, dass ihr Lebenstraum, Richterin zu werden, aufgrund eines seit 1980 geltenden Rechts nicht möglich ist, weil der Bundesgerichtshof es für erforderlich hält, dass Strafrichter Angeklagte und Zeugen sehen können, um sich einen umfassenden Eindruck zu verschaffen. Heute ist sie mit Leib und Seele Rechtsanwältin und voll ausgelastet. - Das Buch ist nicht nur als ungewöhnliche Lebensgeschichte unterhaltsam zu lesen, sondern gibt auch einen tiefen Einblick in das Alltagsleben von Blinden, dazu kommt ein interessanter Blick hinter die Kulissen der Justiz.

Gerd Fleder

Gerd Fleder

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ich sehe das, was ihr nicht seht

Ich sehe das, was ihr nicht seht

Pamela Pabst und Shirley Michaela Seul
Hanser Berlin (2014)

202 S.
fest geb.

MedienNr.: 396781
ISBN 978-3-446-24505-1
9783446245051
ca. 17,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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