Morkels Alphabet

Anna kennt ihren Schulkameraden Morkel nur flüchtig, doch wird sie auf ihn aufmerksam, als er ihr kleine Botschaften auf dem Acker auslegt. Sie verfolgt seine Spuren und trifft ihn im Baumhaus, wo sie fortan viele Stunden miteinander Morkels Alphabet verbringen. Morkels Interesse gilt der Natur - Anna lernt durch ihn viele Vogelarten kennen - und schönen Wörtern, die sein ganz eigenes Alphabet bilden. Als Morkel eines Tages verschwindet, hofft Anna, ihn im Frühling wiederzusehen. - Der Autor ist ein Meister der Andeutungen und der vagen Verhältnisse. Der Text liest sich wie ein langes, ruhiges Prosa-Gedicht, in dem die winterliche Erstarrung der Natur abgebildet wird. In dieser eiskalten Atmosphäre schaffen sich die beiden Kinder einen geheimen Ort der Wärme, doch ist auch ihre Beziehung fragil. Dass sie ihre Welt in überscharfer Deutlichkeit wahrnehmen, wird in den großen Abbildungen gezeigt. Hier bahnt sich ein beinahe überspannter Hyper-Realismus den Weg, dem auch Traum-Sequenzen unterworfen sind. Dieses Buch wird Kinder erreichen, die sich an der Schwelle befinden - beim Abschied von der Kindheit, beim Eintritt in ein unbekanntes Neues - und auch Erwachsene, die sich die Erinnerung an diese Zeit des Aufbruchs gerne bewahrt haben.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Morkels Alphabet

Morkels Alphabet

Stian Hole
Hanser (2016)

[20] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.

MedienNr.: 815223
ISBN 978-3-446-25100-7
9783446251007
ca. 14,90 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 7
Systematik: KK
Diesen Titel bei der ekz kaufen.