Santa Rita

Paul Krüzen lebt seit fast fünfzig Jahren allein mit seinem Vater Alois in einem alten Bauernhaus außerhalb von Marienveen an der deutsch-niederländischen Grenze. Vor langer Zeit lief seine Mutter mit einem abgestürzten russischen Santa Rita Piloten davon. Heute kümmert Paul sich um seinen kranken Vater. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er mit einem Handel für Militaria und verdient damit auch an Neonazis. Sein einziger Freund ist der einsame Hedwiges, der den Tante-Emma-Laden im Dorf betreibt. Wenn sie sich vergnügen wollen, gehen sie in das Bordell hinter der Grenze. Dort arbeitet Rita, die auch als Retterin der aussichtslosen Fälle gilt. Einmal im Jahr machen sie Urlaub in Thailand, wo Paul jedoch regelmäßig Heimweh bekommt. Nachdem Hedwiges leichtsinnig behauptet hat, er sei Millionär, wird er kurz darauf brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt. Während sein Freund völlig verzweifelt, kocht in Paul die Wut hoch. Sein Verdacht fällt sofort auf den Bordellbesitzer und seinen russischen Freund ... - Auch in diesem Roman widmet sich Tommy Wieringa (zul. "Dies sind die Namen", BP/mp 16/978) den Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Er beschreibt, wie sich das Gefühl, im Hamsterrad des eigenen Lebens gefangen zu sein, auswirkt - und wie daraus Nährboden für Wut und Hass entsteht. Treffende Sätze spiegeln die Gefühle der Hauptfiguren mit viel Tiefgang wider und schaffen Atmosphäre. Der Roman wurde in den Niederlanden mit dem BookSpot Literaturpreis und dem BookSpot Leserpreis 2018 ausgezeichnet. - Lesenswert. (Übers.: Bettina Bach)

Nicole Lorrig

Nicole Lorrig

rezensiert für den Borromäusverein.

Santa Rita

Santa Rita

Tommy Wieringa
Hanser (2019)

286 S.
fest geb.

MedienNr.: 926578
ISBN 978-3-446-26391-8
9783446263918
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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