Vivian

Schon als Kind muss die 1926 in New York geborene Vivian Maier die mehrfachen Trennungen ihrer Eltern hinnehmen. Während die Mutter auf Kosten ihrer Familie lebt, trinkt und spielt der Vater. Vivians Bruder reagiert mit Depressionen Vivian auf das unstete Familienleben, nimmt Drogen und wird schizophren. Spätestens, nachdem der Vater die Familie endgültig verlassen hat und Vivian mit ihrer Mutter bei der französischen Fotografin Bertrand in Boston lebt, die dem Mädchen eine Kamera schenkt, beginnt Vivian alles, was sie sieht und erlebt, zu fotografieren. Um bis ins hohe Alter ihre Fotos, die heute bedeutende Zeitdokumente sind, zu finanzieren, arbeitet sie als Kindermädchen. Hesselholdt nähert sich Maier, indem sie die Fotografin selbst, aber auch Menschen, die sie näher kannten, als fiktive Figuren in Form von Monologen zu Wort kommen lässt. Dramaturgisch interessant ist der Erzähler, dessen Reflexionen und Interviews mit den Figuren, auch mit Vivian selbst, verdeutlichen, wie schwierig es ist, ein verlässliches Bild Vivians zu liefern. Ein Abriss über die Biografie der Fotografin und einige ihrer Fotos fehlen leider; sie hätten diesem Roman noch eine besondere Note gegeben. Für Leser/-innen, die das Besondere suchen.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Vivian

Vivian

Christina Hesselholdt ; aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
Hanser Berlin (2020)

205 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 601817
ISBN 978-3-446-26589-9
9783446265899
ca. 21,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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