Ein Jahr in Lissabon

Als die deutsche Protagonistin nach Lissabon aufbricht, fühlt sie sich wie Vasco da Gama, als er neue Welten entdeckte. Mit nur grundständigen Portugiesisch-Kenntnissen nascht sie sich zunächst einmal durch das große Angebot der Ein Jahr in Lissabon pastelarias, kleiner Konditoreien, um dann zu langen Erkundungsspaziergängen durch die Stadt aufzubrechen. Als sie bald sogar alle "Sch"-Laute des Portugiesischen beherrscht und von ihrem Gastvater als Portugiesin bezeichnet wird, fehlen der Abenteurerin aber immer noch viele Lektionen. In der Arbeit, wo sie als Freiwillige eine Kunsthalle einrichtet, ärgert sie sich zunächst sehr, als ihr Kollege Tiago einfach mal zwei Wochen am Stück fehlt, lässt dann aber doch die Kirche im Dorf. Auch muss sie lernen, dass man in einem portugiesischen Schwimmbad nicht einfach im Bikini auftauchen darf, sondern nur im dezenten Badeanzug. Spätestens beim Fest zu Ehren des Heiligen Antonius, dem Stadtpatron, hat sie sich Hals über Kopf in die Stadt verliebt, die langsamen, niedlichen Straßenbahnen und den Fado in der Mouraria mit eingeschlossen. - Authentisch, mit dem Hauch Melancholie, der dem Fado eigen ist, und mit der Faszination einer Lissabon-Liebhaberin schildert Sylvia Roth ihr Jahr in der portugiesischen Hauptstadt. Sehr zu empfehlen.

Clara Braun

Clara Braun

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ein Jahr in Lissabon

Ein Jahr in Lissabon

Sylvia Roth
Herder (2013)

Reise in den Alltag
190 S.
fest geb.

MedienNr.: 387093
ISBN 978-3-451-06483-8
9783451064838
ca. 12,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Er
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