Die Kunst zu lieben

Liebe und Sexualität sind innerhalb der katholischen Kirche strittige Themen, die Befunde und Empfehlungen aus der Missbrauchsstudie („MGH“-Studie) haben diesen Streit eher noch angefacht. Das letzte Werk des kürzlich verstorbenen Die Kunst zu lieben Freiburger Theologen Eberhard Schockenhoff ist in diesem Zusammenhang entstanden und durch seinen plötzlichen Tod ein Fragment geblieben. Äußerst wissenschaftlich nähert sich Schockenhoff einer Sexualethik, die sich näher an der Lebensrealität vieler Katholiken befindet als die derzeitige kirchliche Auffassung. So spricht er sich beispielsweise gegen ein rigoroses Verhütungsverbot aus, wie es beispielsweise in der Enzyklika "Humanae Vitae" 1968 formuliert wurde, und für ein Abwägen zwischen kinderloser Partnerschaft und Familie. Umso spannender wäre es gewesen, wenn Schockenhoff sein Buch selbst hätte vollenden können. Im letzten, unvollendeten Kapitel hätten die kirchlichen Streitfragen zu Homosexualität und Sex außerhalb der Ehe diskutiert werden sollen. Die Herausgeber entschieden sich, das Kapitel unvollendet und weitestgehend unkommentiert im Anhang zu veröffentlichen. - Dieses Werk ist vor allem für eine moraltheologisch interessierte Leserschaft geeignet, die die Diskussionen im Synodalen Weg verfolgen und sich eine eigene Position dazu erarbeiten wollen. Aufgrund seiner Komplexität und Länge für große Bestände und zum Bestandsausbau empfohlen – und überall da, wo im Zuge des Synodalen Wegs über Liebe und Sexualität fundiert nachgedacht wird.

Sebastian Heuft

Sebastian Heuft

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Kunst zu lieben

Die Kunst zu lieben

Eberhard Schockenhoff
Herder (2021)

484 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 603150
ISBN 978-3-451-38975-7
9783451389757
ca. 48,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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