Zeckenbiss

Faruk ist ein jugendlicher Intensivtäter in Berlin, anmaßend, skrupellos, gewalttätig. Sein Vater hat es schon früh versäumt, seinem Sohn Werte zu vermitteln; Mutter und Schwester leiden unter dem zumeist zornigen und befehlshaberischen Zeckenbiss Sohn bzw. Bruder. Faruk hatte schon einige Jugendstrafen, kam aber immer mit vergleichsweise geringen Strafen davon. Sein treuherziges Auftreten und sehr verständnisvolle Betreuer nahmen ihm zu leicht seine Reuemiene ab. Aber dann tötet er in einem regelrechten Sexualrausch ein fünfzehnjähriges Mädchen. Er flüchtet, wird aber bald gefasst und verurteilt. Wieder fällt die Strafe unerwartet gering aus, vier Jahre und einige Monate. Zu verdanken hat er dies im wesentlichen seiner Verteidigerin, Lara Sennen, der Psychologin Diana Klee im Jugendgefängnis und dem Richter Bernd Gernersheim. Im Verlauf von einigen Monaten werden Sennen in Italien und Gernersheim und Klee in Berlin ermordet aufgefunden ... - Die Geschichte ist recht flüssig zu lesen; gelegentlich geht es zwar etwas pathetisch zu, was aber nicht allzu sehr stört. Die Charaktere sind allerdings teilweise nicht recht glaubwürdig. Warum muss eigentlich die zweite Frau des verwitweten Richters Germersheim vierzig Jahre jünger sein als er? Auch die Freundschaft Klees mit einer anderen Frau wird zu sehr thematisiert. Gelegentlich wirkt die Handlung etwas strapaziert, so wie zum Beispiel das gewalttätige Ende Faruks in Italien. Das Buch eignet sich aber als reine Spannungslektüre sicher ganz gut.

Erwin Wieser

Erwin Wieser

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Zeckenbiss

Zeckenbiss

Sabine Thiesler
Heyne (2018)

543 S.
fest geb..

MedienNr.: 879886
ISBN 978-3-453-27147-0
9783453271470
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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