Anni und Alois, arm sind wir nicht

Das Ehepaar Anni und Alois Sigl bewirtschaftet einen der letzten Einödhöfe (ca. 5 ha) im Bayerischen Wald. Die beiden sind Mitte 70 und leben äußerst bescheiden von 550 Euro Rente im Monat und dem, was der Hof abwirft. Sie halten Anni und Alois, arm sind wir nicht Federvieh und haben einen großen Gemüsegarten. Die Anni züchtet zudem verschiedene Apfelsorten; 120 hat sie in ihrem Garten. Sie ist eine professionelle Veredelungskünstlerin, liest Fachzeitschriften und macht Führungen durch ihren Bauerngarten. Neben Obst- und Gemüseanbau gilt ihr Interesse der Geflügelzucht. Sie hat auf Ausstellungen schon viele Preise gewonnen. Annis Alltag fließt ruhig und völlig unaufgeregt dahin. Ihr Ehemann Alois kümmert sich um die Maschinen, den Wald und die Ställe. Er ist handwerklich begabt; sie pfuschen sich gegenseitig nicht ins Handwerk. - Die Filmautorin Julia Seidl fasziniert am Ehepaar Sigl gleichermaßen deren Bescheidenheit und deren Kunst, als Selbstversorger zu leben. Sie verfügen über ein Wissen, das sich andere Menschen erst mühsam wieder aneignen müssen. Dabei ist Julia Seidl weit davon entfernt, den Alltag der alten Leute zu idealisieren. Und Anni trägt mit ihrer Bemerkung, das einfache Leben mache viel Arbeit, "da fliegen einem die gebratenen Tauben nicht ins Maul", das Ihre dazu bei. Das Buch ist mit kunstvollen Fotografien aus dem Alltag der Sigls illustriert und erzählt ruhig, aber keineswegs langweilig von ihrem Leben. Allen Beständen zu empfehlen.

Margrit Diekmann

Margrit Diekmann

rezensiert für den Borromäusverein.

Anni und Alois, arm sind wir nicht

Anni und Alois, arm sind wir nicht

Julia Seidl ; Stefan Rosenboom
Ludwig (2012)

197, [32] S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
fest geb.

MedienNr.: 363805
ISBN 978-3-453-28043-4
9783453280434
ca. 18,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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