Spiegel

Die chinesische Regierung hat beschlossen, mehr unerfahrene Akademiker in Verwaltungsbehörden zu beschäftigen. So findet auch der sehr korrekte und eifrige Song Cheng eine Anstellung in einer Antikorruptionsbehörde. Dabei stößt Spiegel er auf einen Korruptionsskandal, in den Industriebosse, Parteikader und Verwaltungsbeamte der Provinz Henang verstrickt sind. Trotz Warnungen von mehreren Seiten will er diesen publik machen. Doch bevor er dazu kommt, wird er inhaftiert. Wegen eines ihm untergeschobenen Mordes droht ihm sogar die Todesstrafe. Im Gefängnis bekommt er eines Tages Besuch von einem jungen Mann namens Bei, der alles zu wissen scheint. Das Geheimnis seiner Kenntnisse ist ein Computer mit einer besonderen kosmologischen Simulationssoftware. - Obwohl die Novelle ein gewisses Maß an physikalischem Verständnis voraussetzt, ist sie verständlich und problemlos zu lesen. Trotz der klaren und nüchternen Erklärungen bleiben aber zahlreiche Fragen unbeantwortet, was angesichts der Kürze der Erzählung nicht verwunderlich ist. Andererseits wird der Leser dadurch gezwungen, sich nach Beendigung der Lektüre noch weiter gedanklich mit dem Inhalt zu beschäftigen. Der Anhang ist mit Anmerkungen, Nachwort und Leseproben aus anderen Publikationen von Cixin Liu fast ebenso umfangreich wie die Novelle selbst. - Für anspruchsvolle Leser mit Interesse für Science Fiction empfehlenswert. (Übers.: Marc Hermann)

Edith Schipper

Edith Schipper

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Spiegel

Spiegel

Cixin Liu
Heyne (2017)

Heyne ; 31912
189 S. : Ill.
kt.

MedienNr.: 592111
ISBN 978-3-453-31912-7
9783453319127
ca. 9,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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