Leas Spuren

Als Marie bei einer Testamentseröffnung in Paris als Teilerbin einer großzügigen Wohnung mitten in der französischen Hauptstadt eingesetzt wird, steht sie vor einem Rätsel, zumal das Erbe an eine Bedingung geknüpft ist: Gemeinsam Leas Spuren mit ihrem Miterben Nicolas, einem gutaussehenden Journalisten und Enkel des Verstorbenen, soll sie innerhalb eines Jahres ein Gemälde des unbekannten jüdischen Malers Jakob Stern und dessen heutige rechtmäßige Besitzer ausfindig machen. Schnell erschließt sich den beiden, das Nicolas' Großvater Victor und Maries Großtante Charlotte zu Zeiten der deutschen Besatzung ein Paar gewesen sind und gemeinsam in der deutschen Botschaft in Paris gearbeitet haben, die ein Drehkreuz für geraubte Kunst darstellte. Nach Einsicht der Deportationslisten müssen die beiden ebenfalls bald feststellen, dass Jakob Stern und seine Frau - ehemalige Nachbarn von Victor - im KZ getötet wurden. Doch auf welcher Seite standen Victor und Charlotte wirklich während dieser Zeit, wo ist das Gemälde verblieben und könnte die junge Tochter der Sterns überlebt haben? - Während die Handlung des Romans keine großen Überraschungen bereithält, bietet sie doch einen interessanten und erschreckenden Einblick in die Zeit der deutschen Besatzung und beleuchtet insbesondere die Dimension des deutschen Kunstraubs aus nächster Nähe. Trotz des ernsten historischen Themas im Grunde ein positiver und romantisch unterlegter Roman, als solcher zu empfehlen.

Marlene Knörr

Marlene Knörr

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Leas Spuren

Leas Spuren

Bettina Storks
Diana (2019)

463 Seiten
kt.

MedienNr.: 928905
ISBN 978-3-453-36046-4
9783453360464
ca. 10,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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