Goldkind

Joy und Clyde Deyalsingh leben unweit der Hauptstadt Port of Spain auf Trinidad und kümmern sich aufopferungsvoll um ihre Zwillinge Peter und Paul. Was nicht immer leicht ist, wenn man nur zur unteren Mittelschicht gehört und in Goldkind einem Land mit hoher Kriminalitätsrate und Korruption lebt. So beschreibt Clyde das vorherrschende Lebensgefühl folgendermaßen: "Die Wahrheit ist, dass alle - egal, ob Freunde, Angehörige oder sonst wer - einen jederzeit verraten können und man ständig auf der Hut sein muss." Peter ist das "Goldkind", hochbegabt und verantwortungsbewusst, die Hoffnung der Familie, durch sein Studium im Ausland die Existenz der gesamten Familie zu sichern. Paul hingegen scheint etwas "zurückgeblieben" zu sein. Er tut sich schwer mit dem Lernen an der Privatschule, die die Jungen dank Peters Begabung mit einem Stipendium besuchen können. Paul stromert lieber im dunklen Busch umher und wird eines Tages entführt, um der Familie das Ersparte für Peters Zukunft in den USA abzupressen. Das bringt die Eltern in eine schier ausweglose Situation. Sollen sie die gesamte Summe zahlen und damit auch Peters Chancen aufgeben? - Die Erzählung beginnt mit der Entführung von Paul. In Rückblenden werden eindringlich das Familienleben der Deyalsinghs und ihre Notsituation geschildert. Spannend, bedrückend und stets nah dran am Familienoberhaupt Clyde mit seinen Hoffnungen und Zweifeln, gelingt es der Autorin, den Leser/-innen das Leben auf Trinidad authentisch nahezubringen. Sehr empfehlenswert.

Karin Steinfeld-Bartelt

Karin Steinfeld-Bartelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Goldkind

Goldkind

Claire Adam ; aus dem Englischen von Marieke Heimburger [und einer weiteren]
Hoffman und Campe (2020)

269 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 598679
ISBN 978-3-455-00598-1
9783455005981
ca. 23,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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