Das kann uns keiner nehmen

Sieben Tage dauerte Hans' Aufstieg auf den Kilimandscharo. Vor 25 Jahren war er an einem anderen afrikanischen Berg gescheitert. Diese Schlappe will er jetzt wettmachen und im Krater übernachten. Doch nicht einmal hier kann man allein Das kann uns keiner nehmen sein, im Crater Camp stehen bereits Zelte. Sie gehören Tscharlies Team, einem langhaarigen, spindeldürren Bayern. Hans ist von Tscharlies rassistischen Sprüchen in einem Mischmasch aus Bayrisch und Suaheli sofort genervt. Nach überstandener Nacht in eisiger Kälte machen sie sich mit ihren Trägern gemeinsam an den Abstieg. Dabei lernen sie sich näher kennen. Hans erkennt, dass seine Etiketten im Umgang mit dem anscheinend kranken Tscharlie nichts taugen. Und als dieser ihn bittet, ihn auf seiner letzten Woche zu begleiten ("einmal noch leben vor dem Tod"), sagt Hans zu. So setzen die beiden von Daressalam nach Sansibar über, das Tscharlie noch einmal mit dem Motorroller durchqueren will. Hans' Einstellung zu Tscharlie ändert sich schnell von Wut und Scham über Mitleid zu Hochachtung. Und Hans wundert sich über sich selbst, wie ausgelassen er in Tscharlies Gegenwart sein kann. - Der großartige Stilist Matthias Politycki entführt seine Leser auf eine merkwürdige, faszinierende Reise zu sich selbst. Sehr zu empfehlen.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Das kann uns keiner nehmen

Das kann uns keiner nehmen

Matthias Politycki
Hoffmann und Campe (2020)

301 Seiten : Karten
fest geb.

MedienNr.: 600040
ISBN 978-3-455-00924-8
9783455009248
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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