Kindheitsroman

"Nach dem Essen leckte Mama einen Lätzchenzipfel an und wischte mir damit den Mund ab. Bim, bam, beier, die Katz mag keine Eier." (S. 7) Viele aneinander gereihte Gedanken und Wortspiele und Erinnerungsfetzen bestimmen diesen Kindheitsroman "Kindheitsroman". Die steigende Geschenkeflut zu Weihnachten, Umzüge in größere Wohnungen oder weitere Reisen bezeugen dabei den wirtschaftlichen Aufstieg der Familie, die bereits aus dem Briefroman "Die Liebenden" (in BP nicht bespr.) bekannt ist. Diesmal schildert der Sohn der Familie, Martin Schlosser seine Erinnerungen und führt den Leser so durch die Jahre. Und wer in den 50er und 60er Jahren geboren ist, liest Sprüche, Werbetexte, Musiktitel und Ermahnungsworte, die nur zu bekannt sind. So geht der Leser mit Martin auf eine vergnügliche Reise und wohl möglich auch in die eigene Geschichte. Jüngere Leser dürften die deutsche Zeitgeschichte in diesen Wortspielen wohl weniger erkennen, doch ihnen gönnen wir diese Reise ebenso.

Sabine Schaefer-Kehnert

Sabine Schaefer-Kehnert

rezensiert für den Borromäusverein.

Kindheitsroman

Kindheitsroman

Gerhard Henschel
Hoffmann und Campe (2004)

493 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 206443
ISBN 978-3-455-03171-3
9783455031713
ca. 22,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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