Der verlorene Ort

Ferroni ist Polizist in Buenos Aires, einer der besten - zumindest hält er sich dafür. Deshalb ist es auch unter seiner Würde, aus der argentinischen Hauptstadt abberufen zu werden, um einer Frau nachzuspüren. Ihr besorgter Bruder Der verlorene Ort hat die Polizei alarmiert, weil sie sich nicht mehr meldet. Doch für die argentinischen Behörden ist der Fall aus einem anderen Grund wichtig - die Frau, Matilde, ist mit einem Regierungsgegner abgetaucht. Den gilt es zu finden und deshalb muss sich Ferroni in einem kleinen Dorf bei einer Kellnerin anbiedern, der besten Freundin Matildes. Doch die leistet Widerstand, selbst als ihr Gewalt angetan wird. Eine Heldentat. - Norma Huidobro versteht es, den Leser an der Geschichte teilhaben zu lassen. Man spürt die Hitze und den Staub in dem Dorf, wie der Dreck an Ferronis Schuhen klebt und man fühlt sich unwohl in seiner Nähe. Die Andeutungen über schlimme Erlebnisse in seiner Kindheit machen ihn nicht sympathischer. In gleichem Maße wächst die Achtung vor der mutigen Marita, einem einfachen Dorfmädchen, das sich nicht kleinkriegen lässt. Einziger Makel: Die Erzählung hätte ruhig ein bisschen straffer sein können. Für größere Bestände zu empfehlen. (Übers.: Sybille Martin)

Barbara Leidl

Barbara Leidl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Der verlorene Ort

Der verlorene Ort

Norma Huidobro
Hoffmann und Campe (2010)

223 S.
fest geb.

MedienNr.: 329132
ISBN 978-3-455-40157-8
9783455401578
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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