Wenn Männer mir die Welt erklären

Der Essay, der dieser Sammlung seinen Namen gab, ist einer der bekanntesten Essays der letzten Jahre über Geschlechterungerechtigkeit. Die Autorin beleuchtet darin mit scharfem Blick die Mechanismen der Ungerechtigkeit, wie in einem Wenn Männer mir die Welt erklären Brennglas in wenigen Szenen eingefangen. Szenen, in denen Frauen die Deutungshoheit über ihre Erfahrungen abgesprochen wird, in denen Frauen unsichtbar werden, in denen klar wird: Der öffentliche Raum gehört ihnen nicht in gleicher Weise wie Männern. Diesem Essay folgen weitere, die diese Themen aufgreifen und in einen weiteren Kontext stellen: globale wirtschaftliche Ungerechtigkeit, literarische Bezüge und immer wieder die Frage nach dem Macht- und Möglichkeitsgefälle zwischen den Geschlechtern. Die Essays verbindet dieser Grundton und die Überzeugung, dass Rollen und ihre soziale Konstruktion änderbar sind. Die Autorin holt Erfahrungen von Verdrängung und Marginalisierung von Frauen aus der Einzelfall-Betrachtung und weist nachdrücklich auf die verbindenden Subtexte dieser Erfahrungen hin, denn diese Marginalisierung ist so verbreitet und kulturprägend, dass sie sich der Wahrnehmung leicht entzieht, wenn der Wald vor lauter Bäumen verschwindet. Die Essays sind vom Charakter her durchaus divergent und unterschiedlich leicht zu lesen, die Beispiele entstammen fast durchweg dem US-amerikanischen Raum und sind immer wieder auch biografisch verortet. Sie sind aber ohne Schwierigkeit auf Europa und Deutschland übertragbar. - Ein erhellender Titel, gerne empfohlen.

Annette Jantzen

Annette Jantzen

rezensiert für den Borromäusverein.

Wenn Männer mir die Welt erklären

Wenn Männer mir die Welt erklären

Rebecca Solnit. Mit Bildern von Ana Teresa Fernández
Hoffmann und Campe (2015)

171 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 582993
ISBN 978-3-455-50352-4
9783455503524
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: So
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