Eine Amerikanerin in Hitlers Badewanne

Sie waren prominente, glamouröse Journalistinnen und weibliche Pioniere der Kriegsberichterstattung, einig im politischen Kampf gegen den Nationalsozialismus und von einem klaren Feindbild durchdrungen. Ihre Reportagen erfüllten Eine Amerikanerin in Hitlers Badewanne auch einen propagandistischen Zweck, zeigen aber dennoch einen sehr persönlichen Blick auf das Kriegsgeschehen und die Zeit unmittelbar nach dem Kriegsende. Das gilt vor allem für die beigefügten Schwarz-Weiß-Fotografien wie die im Buchtitel angesprochene, in der "Vogue" 1945 veröffentlichte Aufnahme von Lee Miller in Hitlers Badewanne. Die Neuerscheinung schnürt 22 Einzelreportagen dreier Autorinnen, die vorweg kurz porträtiert werden, mit ganz unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten zu einem Überraschungspaket, dessen verlegerische Absicht sich dem Leser nicht erschließt. Zu diesem Eindruck trägt auch der längere Schlussessay bei, der recht willkürlich biografische, künstlerische, medientechnische und kulturhistorische Aspekte aufgreift, eine historische Einbettung der Zeitdokumente aber weitgehend vermissen lässt. Für die meisten Büchereien dürfte dieser Titel eher entbehrlich sein.

Johann Book

Johann Book

rezensiert für den Borromäusverein.

Eine Amerikanerin in Hitlers Badewanne

Eine Amerikanerin in Hitlers Badewanne

Margaret Bourke-White, Lee Miller und Martha Gellhorn. Hrsg. von Elisabeth Bronfen ...
Hoffmann und Campe (2015)

359 S. : zahlr. Ill.
fest geb.

MedienNr.: 581357
ISBN 978-3-455-50365-4
9783455503654
ca. 28,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge
Diesen Titel bei der ekz kaufen.
Titel der Ausgabe:
Auszeichnung: